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report

Dezember 1, 2007

Vor wenigen Tagen bin ich bei der chinesischen Massage gewesen. Ich hatte dir schon einmal davon erzählt! Ohne ausufern zu wollen, aber dieses kleine Studio in seiner Stille und Abgeschiedenheit erinnert mich doch jedes Mal, wenn ich es betrete, an die Wahrsagerinnenwohnung aus dem Film „Matrix“. Ich bin schon des Öfteren dort gewesen; in meinem Bonusheft befinden sich acht Stempel. Die Zeit dort scheint langsamer zu laufen, die Gesten mitteilungsvoller zu sein, etc. Das Studio hat die räumliche Form eines Schlauches. Man muss ganz nach hinten gehen und dann auf einem der roten Ledersessel Platz nehmen. Nur die Jungs mit den schwebenden Löffeln fehlen. Gereicht wird einem ein warmer Jasmintee und die Füße werden in ein Blumenbad gesteckt. Inmitten meiner Wohngegend, in meinem Fall inmitten von Charlottenburg, offenbarte sich also bei der chinesischen Massage – nicht meine Zukunft -, aber die menschliche Weisheit!

Als ich das letzte Mal dort gewesen bin, dieses Mal schien mir die Masseurin ein wenig in sich gekehrt, da hatte sie begonnen die Innenseiten meiner Zehen zu massieren. Es tat so gut, es tat gleichzeitig aber auch so weh. Beinahe jeder Punkt, den sie berührte, schmerzte. Ich blickte zur Seite. Eine Frau, die neben mir saß, schien keine Probleme zu haben. Konzentriert las sie eine Illustrierte. Ich indes konzentrierte mich auf meinen Fuß und meine Masseurin meinte, dass eine Fußreflexzonenmassage in China ganz alltäglich und völlig preiswert sei. Sie regeneriere den Organismus und halte gesund. Ja, klar! Währenddessen die Masseurin also meine Zehen massierte, stellte sie plötzlich fest: „Sie rauchen, nicht wahr?“ Ich schaute sie erstaunt an und fragte zurück: „Woher wissen Sie das?“ Sie lächelte nur verschmitzt und gab als Antwort: „Der Fuß ist der Abdruck deiner selbst.“ –

Somit denke ich also, dass man den chinesischen Masseurinnen (ihre Eingangstür haben sie knallgrün gestrichen) vertrauen kann. Die wissen, was sie tun!